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Mittwoch, 7. Oktober 2015

Keine Plauener Spitzen mehr

Der Salon Plauener Spitzen war eine Institution.  Seit der Wiedereröffnung des Nikolaiviertels.
Nun ist der Laden geschlossen, doch nicht nur vorübergehend, wie vor Jahren, als das Geschäft umgebaut wurde. Nein - jetzt ist Schluss! Warum? Das bleibt ein Betriebsgeheimnis. Doch hier im Viertel gibt es keine Geheimnisse.



Mit der Brechstange wird der Schriftzug entfernt


und nun?
vorher ...

 
... nachher


... und noch ein Rest in lichter Höhe

Sonntag, 27. September 2015

Wo sind die Stolpersteine?


Am 25.09.2015 höre ich Deutschlandradio Kultur. Eine Stadtführung beginnt im Nikolaiviertel.

Zitat: „Der Unternehmer Wilfrid Israel war ein leiser Mensch, den heute kaum jemand mehr kennt. Nach dem Novemberpogrom 1938 half er jüdischen Eltern, ihre Kinder in Sicherheit zu bringen. Auf den Gedenktafeln am Berliner Anhalter Bahnhof wird er nicht einmal erwähnt.

… und jetzt kommt’s:

"Wir suchen die Stolpersteine von Wilfrid Israel und vom Kaufhaus Israel an der Spandauer Straße, Ecke Rathausstraße und nix da!"

Die Autorin beschreibt den Ort, an dem die Stadtführer und sie selbst stehen.

„Stadtführer Michael Röblitz steht mit mir direkt gegenüber dem Roten Rathaus in Berlin. Zurzeit ist hier eine Großbaustelle der U-Bahn.“

Hier muss ich einhaken. Vielleicht weiß der Stadtführer nicht, dass hier einmal zwei Stolpersteine im Fußweg eingelassen waren. Das „Nix da!“ kann falsch verstanden werden. Ein wenig flapsig wird assoziiert, dass man dem Unternehmers Wilfried Israel keinen Stein gesetzt hat. Dass durch die Großbaustelle der BVG für die U5 die Stolpersteine letztlich gesichert wurden, kann der Hörer nicht einmal vermuten.

Also? Also muss ich als Chronist hier etwas richtig stellen.

Ja, die Stolpersteine sind heute (2015) nicht zu sehen. Sie werden aber wieder verlegt, wenn die Baustelle (endlich) beendet und der Fußweg (2017) zwischen Rotem Rathaus und Nikolaiviertel neue hergestellt sein wird.

Ich habe rechtzeitig  im März und April 2012 darauf aufmerksam gemacht.


Die ganze Sendung im Radio können Sie hier lesen und nachhören.


 

 

 

 

Sonntag, 15. März 2015

Keine Änderung der Pläne

http://cam03.berlinerschloss-webcam.de/

Nun wollte ich im zweiten Teil meiner Baustellenbetrachtung das positive Beispiel vor der Haustür loben. Dass zum Beispiel nicht alles schief geht was in Berlin gebaut wird, dafür könnte der Neubau des Humboldt-Forums (auch Stadtschloss genannt) stehen. Alles im Zeitplan, alles im Kostenrahmen. Der Bauherr Rettig hat alles im Griff. Dafür wird er von vielen Seiten gelobt. Doch plötzlich ziehen dunkle Wolken auf. Die Wolkenschieber sitzen im Roten Rathaus, gleich in Sichtweite. Der jetzt Regierende (der frühere Senator für Bauwesen) beginnt offenbar seine Machtspielchen. Sein Scheitern beim Tempelhofer Feld nagt an seinem Image. Nun hat er sich etwas Neues ausgedacht – oder haben andere gedacht und er lässt sich vor den Karren spannen?

Michael Müller fährt jetzt dem erfolgreichsten Bauherrn in dieser Stadt, Manfred Rettig, in die Parade. Er will, dass er die Pläne ändert. Schon der Gedanke daran beweist fehlendes Gespür, in einer Situation wo alle Ursachenforscher für das Desaster beim BER sich einig sind, dass die ständigen Änderungswünsche aus der Politik den Flughafenbau letztlich torpedierten.  Ich hoffe sehr, dass der Schloss- Bauherr und -Manager Rettig nicht klein beigibt. Standfestigkeit hat er schon einmal bewiesen als er dem öffentlichen Druck durch die Medien, nach einer Änderung und Öffnung der Ostfassade zur Spree hin,  widerstand. Man könnte wieder rufen: „Landgraf werde (bleibe) hart!“ (Dieser Thüringer verstand es gegen das Raubrittertum einzuschreiten.  Er zähmte den Adel und ließ nach einer Verschwörung sogar die lehnsbrüchigen Vasallen als Zugtiere einen Acker umpflügen … zitiert aus der Liste der geflügelten Worte bei Wikipedia)

Widerstand gibt es bereits von anderen Seiten. Hier ein Bericht im RBB.

HU-Präsident kritisiert Müllers Pläne

Der Präsident der Humboldt-Universität, Jan-Hendrik Olbertz, hat die Pläne von Berlins Regierendem Bürgermeister zum Humboldtforum kritisiert. Müller hatte sich zuvor für eine Ausstellung zur Geistesgeschichte Berlins ausgesprochen und gegen eine Ausstellung zu Sprachen – sehr zum Unmut des Universitätspräsidenten.

Nachdem Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller angekündigt hatte, die Pläne zum Humboldtforum zu ändern, ruft das nun die Kritiker auf den Plan. "Es hatte gute Gründe, in einem Haus, das sich um Weltkultur drehen soll und auch noch den Namen Humboldt trägt, das Thema Sprache mit zu thematisieren", sagte der Präsident der Berliner Humboldt-Universität, Jan-Hendrik Olbertz, am Samstag im Deutschlandradio Kultur.


Der Neubau des Berliner Schlosses ist schon weit fortgeschritten - jetzt will der Senat die Pläne für die Nutzung des so genannten Humboldt-Forums noch einmal ändern: Die Zentrale Landesbibliothek soll nun wohl doch nicht mehr berücksichtigt werden. "Wir können daraus mehr machen", kündigte der Regierende Bürgermeister Michael Müller im rbb an. Doch Bauverzögerungen und Mehrkosten könnten die Folge sein.

Müller: Baufortschritt ist nicht gefährdet

Müller hatte am Donnerstag angekündigt, die geplante Ausstellung "Welt der Sprachen" der Zentral- und Landesbibliothek mit einer Schau zur Geistes- und Ideengeschichte Berlins zu ersetzen. Entschieden sei zwar noch nichts, Müller wies jedoch daraufhin, dass wenn die Ausstellung umgesetzt werden würde, dies Mehrausgaben von sechs Millionen Euro bedeute.

Olbertz räumte zwar ein, dass er Müllers Idee von einer Ausstellung zur Geistesgeschichte Berlins auch "reizvoll" finde. Es gebe aber ein zeitliches Problem, weil der Bau schon fortgeschritten sei. Müller dagegen betonte im Tagesspiegel vom Samstag, der Baufortschritt sei nicht gefährdet. "Große bauliche Veränderungen erfordert die neue Bespielung gegenüber dem bisherigen Konzept nicht." Auch die Kosten würden nicht steigen.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters zeigte sich erfreut, dass Berlin sich stärker einbringen wolle. Wie es weiter gehe, müssen nun besprochen werden. "Wichtig ist bei allen Überlegungen des Landes, dass diese nicht zu Mehrkosten und Verzögerungen beim Bau führen", betonte sie am Samstag laut Mitteilung.

Auch der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, betonte in
einer Stellungnahme, dass das Projekt nicht teurer oder der Bau verzögert werden dürfe. Das von Müller vorgeschlagene Konzept sei aber passend.

Vorgeschlagen hatte Müller eine Schau unter dem Titel "Welt.Stadt.Berlin". "Unsere Stadt kann zeigen, dass sie Spiegelbild der deutschen und europäischen Zeitgeschichte ist, man hier im Guten wie im Bösen alles ablesen kann, was Deutschland in den vergangenen 200 Jahren ausgemacht hat", sagte Müller im Tagesspiegel.

SPD: Berlin kann nicht allein entscheiden

Ein Sprecher des Bundesbauministeriums verwies unterdessen in der "Berliner Zeitung" (Samstag) darauf, dass das Land Berlin nicht allein über eine Änderung der Pläne entscheiden könne. Zuständig sei die Stiftung Berliner Schloss-Humboldtforum. In dem 14-köpfigen Stiftungsrat habe der Bund die Mehrheit. Der Vorsitzende des Gremiums, Florian Pronold (SPD), sagte der Zeitung zu den Plänen Müllers: "Für mich ist der Maßstab, dass es keine Zeitverzögerungen und keine Mehrkosten im Baubereich gibt." Die neue Idee würde kommende Woche besprochen.

Die Eröffnung des Forums ist für 2019 geplant, Richtfest im Schloss-Neubau soll am 12. Juni sein. Das bisherige Konzept sieht vor, dass das Gebäude als Museum, Bibliothek und Bühne für kulturelle Veranstaltungen genutzt wird. Hauptnutzer soll die Stiftung Preußischer Kulturbesitz sein, die sich auf mehr als 22.000 Quadratmetern mit Sammlungen außereuropäischer Kulturen präsentieren will. Neben der ZLB sollte auch die Humboldt-Uni auf 1.000 Quadratmetern Wissenschaftsgeschichte zeigen.
Stand vom 14.03.2015



 

Mittwoch, 11. März 2015

Haltestelle U5 Nikolaiviertel Rotes Rathaus


Foto

Ob ich mich hier dem Berlin Bashing anschließen soll? Bashing in Englisch heißt so viel wie schlagen, prügeln, draufhauen. Hier im Nikolaiviertel leben wir zwar weit weg vom Flughafen BER, der nicht fertig wird und immer teurer wird. Gleich um die Ecke sorgt die Baustelle der Staatsoper für Schlagzeilen, weil immer neue Probleme „entdeckt“ werden (jetzt zum Beispiel Asbest und radioaktives Material). Und direkt vor der Haustür versperrt die Baustelle der BVG – Lückenschluss U5 – einen normalen Auslauf entlang der Spree, durch den Park, ganz allgemein - die Wohnqualität.
 

Ursprünglich hatten sich die Anwohner auf eine
Bauzeit bis 2016 eingerichtet.
Alles begann im Juni 2013.
Bis zum Jahresende 2014 sollten beide Tunnelröhren
im Rohbau fertiggestellt sein.
An 2016 war der Innenausbau der Strecke und der
Bahnhöfe vorgesehen.


 
 Ein dynamischer, ehemaliger Ministerpräsident aus Hessen wurde als Garant für Effektivität eingeflogen, um uns zu beruhigen.  Der musste inzwischen seinen Hut nehmen, andere werkeln weiter und schummeln sich mit Terminen und Kosten in der Öffentlichkeit  über die Runden.
Ich zitiere hier den RBB vom November 2014:
„Die Arbeiten zur Fertigstellung der U-Bahnlinie 5 zwischen Alexanderplatz und Brandenburger Tor stehen unter keinem guten Stern. Immer wieder gibt es Probleme beim Bau der neuen Strecke Unter den Linden. Nun wurde der Start der verlängerten U5 auf Mitte 2020 verschoben. Bis zum Jahr 2019 wird den Angaben zufolge voraussichtlich der Rohbau fertig sein.“

Nach einer langen Pause, bedingt durch „unvorhergesehene Schwierigkeiten“ wird nun bald weiter gegraben. Der Bohrkopf  der so niedlich getauften ‚Bärlinde‘ wurde in diesen Tagen in den Schacht gehoben. Irgendwann sollen die Arbeiten an der zweiten Tunnelröhre beginnen.

Ach ja, die Verantwortlichen könnten sich doch noch etwas mehr anstrengen, wenn Berlin die Olympischen Spiele 2024/2025 zugesprochen bekommt. Mit dem Teilstück U55, die Kanzlerbahn vom Brandenburger Tor zum Hauptbahnhof , wollte man den Völkern der Welt zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 zeigen, wie toll Berlin ist. Allerdings klappte das nicht. Wegen zweier Wassereinbrüche beim Bau des Bahnhofs Brandenburger Tor wurde die Strecke erst 2009 eröffnet.

Mir fällt auf, dass im Moment nicht einmal die beiden Regierenden damit hausieren gehen, die Fertigstellung der U5 – vom Hauptbahnhof nach Hönow – zu beschwören, wenn sie von guten Verkehrsverbindungen als Gründe für Olympia reden.





 

Montag, 19. Januar 2015

Baustelle U5 - STOPP

 
Warum geht's nicht weiter? Eine der vielen Berliner Baustellen, die nicht im Zeitplan oder gar im Kostenrahmen fertig gestellt werden. Direkt vor der Haustür, im Nikolaiviertel. Kein Arbeiter in Sicht.

http://www.abendblatt-berlin.de/2015/01/18/die-tuecken-des-berliner-baugrunds/


... und was sonst noch im Abendblatt stand:
http://www.abendblatt-berlin.de/2015/01/16/erst-geschlossen-dann-geklaut/
Das ist keine Montage. Obwohl man heute keinem Foto mehr trauen kann, weil alles mit Photoshop verändert werden kann, hier ist der Fernsehturm wirklich verschwunden.

Hier die normale Anordnung:

https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEj7bd-cuEIdLSM2PUWlJOR7ZIZ4pKer6BvEvtOvNy97Y3V5pf6rfhyphenhyphenwlyYz6NRU4C-2hGRJS0R4w8yqJwXwBLytkhvCMvP9ph12bZG1OTbmOlajLJIrQFQMqgEzb6-Mfv28TvX1S4cRBvPM/s1600/_1360648_kl.jpg


Mittwoch, 4. April 2012

Stolpersteine werden gesichert ...

... das bestätigt mir die Bauleitung der BVG - und auch im Roten Rathaus zeigte man schnell, dass dieses Thema nicht ignoriert wurde.





Samstag, 10. März 2012

Wo ist der Stolperstein?

Das Café am Rathaus ist schon seit Monaten geschlossen. Insolvenz, sagen die Geschäftsleute im Nikolaiviertel. Ob das eine Konsequenz der permanten Bauarbeiten vor dem Roten Rathaus ist? Oder schon vor Jahren mit dem Abriss derRathausbrücke begann? Ein Gericht wird das wahrscheinlich  klären.

Die Bauunternehmen in "Berlins gutem Kern" (Marketing Slogan) begrüßen wahrscheinlich diese Tatsache, so brauchen sie keine Rücksicht auf den Geschäftsbetrieb zu nehmen.


Nur ein Bewohner des Nikolaiviertels fragt: Haben die Bauunternehmen den Stolperstein vor dem Rathaus Café gesehen? Was geschieht damit? Ist dieser noch vorhanden? Dieser ist, wie alle Stolpersteine, auf den Gehwegplatten oder im Pflaster eingelassen, genau dort wo der Bagger steht.



Muss man sich Sorgen machen?