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Freitag, 14. August 2015

Neptun - quo vadis?


Wohin mit dem Neptun-Brunnen? Zurück auf den Schlossplatz, wenn dieser nach der Fertigstellung des Humboldt-Forums neu gestaltet werden muss. Oder soll der Brunnen dort bleiben, wohin ihn die Stadtplaner der DDR 1969 verortet hatten? Die Geschichte des Schlossbrunnens, ein Meisterwerk des Bildhauers Reinhold Begas, wurde von Anfang an von Querelen begleitet  - zwischen dem Herrscher und den Bürgern der Stadt Berlin. Ein Zankapfel seit 1888, eingeweiht 1891.


 Nun befürchten die modernen Tourismusförderer des Senats einen kurzfristigen Einbruch des Geschäfts, wenn der berühmte Brunnen im Schatten des Fernsehturms umgesetzt wird. Ein Senatssprecher schiebt, wenn die echten Argumente für den Umzug fehlen, die Kosten vor. Die Millionen-Euro-Keule soll abschrecken. Dabei wird verschwiegen, dass die Infrastruktur für den Betrieb des  Brunnens bereits jetzt schon so marode ist, dass von Saison zu Saison geflickt und improvisiert wird. Die Pumpen und Schläuche im Untergrund werden für die Wasserspiele nur noch mit Duck Tape, Panzerband, Industrieklebeband  zusammengehalten. Die veraltete Technik aus der Zeit der DDR muss dringend erneuert werden, sagen die Techniker, die diesen Brunnen warten. Und das Denkmal selbst, die Brunnenfiguren und die Brunnenschale sind in so schlechtem Zustand, dass dieses Ensemble dringend saniert und restauriert werden muss. Die Skulpturen sind in erbärmlichem Zustand, verkalkt, verdreckt, versifft, unansehnlich, auch leiden sie durch das hemmungslose Darauf-Rum-Turnen wie im Kletterpark in Berlin-Wuhlheide.


Verantwortungsvolle Denkmalbeauftragte in der Bezirksverwaltung würden den Brunnen lieber heute als morgen stilllegen und in die Werkstatt bringen. Bis zur Einweihung des Humboldtforums bleibt genügend Zeit für die aufwendige Sanierung. Ach ja, kluge Mitarbeiter im Bezirk haben schon beim Bau der neuen Rathausbrücke darauf geachtet, dass die Anschlüsse für den Brunnen unter der Straße verlegt wurden. Oder sie haben wenigstens an die Möglichkeit einer Versetzung gedacht und Optionen für einen Anschluss berücksichtigt.

Die Diskussion über dem Umzug des Brunnens ist eher eine ideologische Auseinandersetzung. Dabei  gibt es nur gute Gründe für einen solchen Schritt, denn das Denkmal von Reinhold Begas ist in Gefahr.


Hier eine Reaktion der Künstlerin Petra Vieweg, die in Berlin lebt und den Brunnen schöpferisch in ihr Werk integriert hat.

Man sollte annehmen, dass es der Stadt ebenso wichtig ist,
wertvolle Kunstwerke unter freiem Himmel genau so zu schützen,
wie jene in überdachten Museen,
die darüber hinaus auch noch bewacht werden.

Wenn die heutige Gesellschaft es duldet,
dass jeder nach Belieben auf Kunstwerken herumturnt,
mit klebrigen Händen betatscht
und Beschädigungen dadurch billigend in Kauf nimmt,
dann sollten ihr diese Kunst hier entzogen
und an geeigneter Stelle wieder aufgebaut werden
– vorzugsweise im Bereich von Museen/Schlössern.
Erst hier kann man wohl mit der nötigen Wertschätzung
und dem Respekt vor dem Werk rechnen.

Wenn es ganz selbstverständlich ist,
Kunstwerke von Wert instand zu halten und zu restaurieren,
dann muss das auch für Kunst unter freiem Himmel gelten,
die ebenfalls Kulturgut ist,
das der Nachwelt erhalten werden muss, das nicht verfallen darf.

 
Spot the Fountain
 

 

Sonntag, 15. März 2015

Keine Änderung der Pläne

http://cam03.berlinerschloss-webcam.de/

Nun wollte ich im zweiten Teil meiner Baustellenbetrachtung das positive Beispiel vor der Haustür loben. Dass zum Beispiel nicht alles schief geht was in Berlin gebaut wird, dafür könnte der Neubau des Humboldt-Forums (auch Stadtschloss genannt) stehen. Alles im Zeitplan, alles im Kostenrahmen. Der Bauherr Rettig hat alles im Griff. Dafür wird er von vielen Seiten gelobt. Doch plötzlich ziehen dunkle Wolken auf. Die Wolkenschieber sitzen im Roten Rathaus, gleich in Sichtweite. Der jetzt Regierende (der frühere Senator für Bauwesen) beginnt offenbar seine Machtspielchen. Sein Scheitern beim Tempelhofer Feld nagt an seinem Image. Nun hat er sich etwas Neues ausgedacht – oder haben andere gedacht und er lässt sich vor den Karren spannen?

Michael Müller fährt jetzt dem erfolgreichsten Bauherrn in dieser Stadt, Manfred Rettig, in die Parade. Er will, dass er die Pläne ändert. Schon der Gedanke daran beweist fehlendes Gespür, in einer Situation wo alle Ursachenforscher für das Desaster beim BER sich einig sind, dass die ständigen Änderungswünsche aus der Politik den Flughafenbau letztlich torpedierten.  Ich hoffe sehr, dass der Schloss- Bauherr und -Manager Rettig nicht klein beigibt. Standfestigkeit hat er schon einmal bewiesen als er dem öffentlichen Druck durch die Medien, nach einer Änderung und Öffnung der Ostfassade zur Spree hin,  widerstand. Man könnte wieder rufen: „Landgraf werde (bleibe) hart!“ (Dieser Thüringer verstand es gegen das Raubrittertum einzuschreiten.  Er zähmte den Adel und ließ nach einer Verschwörung sogar die lehnsbrüchigen Vasallen als Zugtiere einen Acker umpflügen … zitiert aus der Liste der geflügelten Worte bei Wikipedia)

Widerstand gibt es bereits von anderen Seiten. Hier ein Bericht im RBB.

HU-Präsident kritisiert Müllers Pläne

Der Präsident der Humboldt-Universität, Jan-Hendrik Olbertz, hat die Pläne von Berlins Regierendem Bürgermeister zum Humboldtforum kritisiert. Müller hatte sich zuvor für eine Ausstellung zur Geistesgeschichte Berlins ausgesprochen und gegen eine Ausstellung zu Sprachen – sehr zum Unmut des Universitätspräsidenten.

Nachdem Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller angekündigt hatte, die Pläne zum Humboldtforum zu ändern, ruft das nun die Kritiker auf den Plan. "Es hatte gute Gründe, in einem Haus, das sich um Weltkultur drehen soll und auch noch den Namen Humboldt trägt, das Thema Sprache mit zu thematisieren", sagte der Präsident der Berliner Humboldt-Universität, Jan-Hendrik Olbertz, am Samstag im Deutschlandradio Kultur.


Der Neubau des Berliner Schlosses ist schon weit fortgeschritten - jetzt will der Senat die Pläne für die Nutzung des so genannten Humboldt-Forums noch einmal ändern: Die Zentrale Landesbibliothek soll nun wohl doch nicht mehr berücksichtigt werden. "Wir können daraus mehr machen", kündigte der Regierende Bürgermeister Michael Müller im rbb an. Doch Bauverzögerungen und Mehrkosten könnten die Folge sein.

Müller: Baufortschritt ist nicht gefährdet

Müller hatte am Donnerstag angekündigt, die geplante Ausstellung "Welt der Sprachen" der Zentral- und Landesbibliothek mit einer Schau zur Geistes- und Ideengeschichte Berlins zu ersetzen. Entschieden sei zwar noch nichts, Müller wies jedoch daraufhin, dass wenn die Ausstellung umgesetzt werden würde, dies Mehrausgaben von sechs Millionen Euro bedeute.

Olbertz räumte zwar ein, dass er Müllers Idee von einer Ausstellung zur Geistesgeschichte Berlins auch "reizvoll" finde. Es gebe aber ein zeitliches Problem, weil der Bau schon fortgeschritten sei. Müller dagegen betonte im Tagesspiegel vom Samstag, der Baufortschritt sei nicht gefährdet. "Große bauliche Veränderungen erfordert die neue Bespielung gegenüber dem bisherigen Konzept nicht." Auch die Kosten würden nicht steigen.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters zeigte sich erfreut, dass Berlin sich stärker einbringen wolle. Wie es weiter gehe, müssen nun besprochen werden. "Wichtig ist bei allen Überlegungen des Landes, dass diese nicht zu Mehrkosten und Verzögerungen beim Bau führen", betonte sie am Samstag laut Mitteilung.

Auch der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, betonte in
einer Stellungnahme, dass das Projekt nicht teurer oder der Bau verzögert werden dürfe. Das von Müller vorgeschlagene Konzept sei aber passend.

Vorgeschlagen hatte Müller eine Schau unter dem Titel "Welt.Stadt.Berlin". "Unsere Stadt kann zeigen, dass sie Spiegelbild der deutschen und europäischen Zeitgeschichte ist, man hier im Guten wie im Bösen alles ablesen kann, was Deutschland in den vergangenen 200 Jahren ausgemacht hat", sagte Müller im Tagesspiegel.

SPD: Berlin kann nicht allein entscheiden

Ein Sprecher des Bundesbauministeriums verwies unterdessen in der "Berliner Zeitung" (Samstag) darauf, dass das Land Berlin nicht allein über eine Änderung der Pläne entscheiden könne. Zuständig sei die Stiftung Berliner Schloss-Humboldtforum. In dem 14-köpfigen Stiftungsrat habe der Bund die Mehrheit. Der Vorsitzende des Gremiums, Florian Pronold (SPD), sagte der Zeitung zu den Plänen Müllers: "Für mich ist der Maßstab, dass es keine Zeitverzögerungen und keine Mehrkosten im Baubereich gibt." Die neue Idee würde kommende Woche besprochen.

Die Eröffnung des Forums ist für 2019 geplant, Richtfest im Schloss-Neubau soll am 12. Juni sein. Das bisherige Konzept sieht vor, dass das Gebäude als Museum, Bibliothek und Bühne für kulturelle Veranstaltungen genutzt wird. Hauptnutzer soll die Stiftung Preußischer Kulturbesitz sein, die sich auf mehr als 22.000 Quadratmetern mit Sammlungen außereuropäischer Kulturen präsentieren will. Neben der ZLB sollte auch die Humboldt-Uni auf 1.000 Quadratmetern Wissenschaftsgeschichte zeigen.
Stand vom 14.03.2015



 

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Hurraaahhh

Aufstellen einer neuen Laterne
... preußisch Hurra, die Laterne ist da. Oder ... aaahhh.
Endlich, nach zehn Monaten wird der Stummel ausgetauscht.


 
 
Nun mache ich mir meine Gedanken: Wie lange wird diese Laterne "überleben"? Diese Skepsis richtet sich nicht gegen die Firma und Handwerker, die diesen Lichtmast aufstellen. All die anderen vorher waren auch richtig montiert. Nein, mit meinen Befürchtungen wende ich mich an das Ordnungsamt (zuständig für die Fußgängerzone im Nikolaiviertel). Solange wildes Parken, unkontrollierter LKW-Verkehr, viel zu große Lieferfahrzeuge, zu jeder Stunde die Gassen befahren oder zuparken, werden die Laternen weiter kaputt gerammt.

http://nikolaiviertel-aktuell.blogspot.de/2012/02/laternen-stehen-im-wege.html

Ich nehme Wetten an: Wer der Zahl der Monate bis zur nächsten Beschädigung oder Zerstörung der Laterne am nächsten kommt, dem verspreche ich eine fachlich fundierte Führung durch "mein" Nikolaiviertel. Wer mitmachen möchte, der gebe die Zahl in der Kommentarspalte ein.
(Sie können das auch anonym eintragen. Ich erde den Gewinner der Wette später erneut auffordern, mir einen Tipp zu geben, wie ich ihn/sie erreiche.)


 
 
 
 
 

 

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Laterne, Laterne ...

... Sonne, Mond und Sterne. So der Kinderreim. Und wir im Nikolaiviertel können uns unseren Reim darauf machen, warum immer wieder die Straßenbeleuchtung beschädigt wird. Im Volksmund "Schinkel-Laterne" genannt, wird der Klassiker unter den Beleuchtungskörpern zwar nicht mehr mit Gas betrieben,  das gelbliche Spektrum des Lichts erreicht man mit Quecksilberlampen.

Seit einiger Zeit habe ich den Verdacht, dass die Stadtplaner
(Abtl. Öffentliche Beleuchtung) ein heimliches Abkommen mit LKW-Fahrern getroffen haben, die regelmäßig das Nikolaiviertel anfahren. Denn sie sind es, die immer wieder die gusseisernen Bündelpfeilermasten berühren, sie umstoßen, niedermachen. Okay, dass dahinter eine Absicht steht, ist ironisch gemeint, aber das Ergebnis ist wirklich nicht zum Lachen.

Die Straßen, eigentlich sind es Gassen, in der Fußgängerzone sind eng. Dennoch quälen sich die Lieferanten morgens mit ihren großen Dreiachsern durchs Viertel. Es gibt regelrechten Rushhour-Verkehr wenn Fahrer die Restaurants und Kneipen ansteuern. Sie müssen sich arrangieren, rangieren, rückwärts und vorwärts bis … es wieder mal kracht. Entweder wird der Laternenmast übersehen, oder der hohe Kastenaufbau des LKW touchiert einen Beleuchtungskörper, der dann schräg hängen bleibt und schließlich ganz runter fällt. Oder ist das eine neue Form des Vandalismus?

(siehe auch ... http://nikolaiviertel-aktuell.blogspot.de/2014/01/schonwieder.html )

Jetzt sind es gerade wieder zwei, die als Stümpfe ohne Funktion am Straßenrand der Poststraße stehen. Was tun? Wo kann man die kaputte Laterne melden? Die LKW-Fahrer sind so im Stress, dass sie den angerichteten Schaden nicht einmal merken oder sie machen sich heimlich davon. Dabei wäre es sehr einfach den Betreiber der Laternen zu informieren. An einigen Masten kleben Zettel: Bei Störungen - Rufen Sie die kostenlose Hotline an : 0800 110210. Dort meldet sich die Firma Vattenfall, das Management für öffentliche Beleuchtung in Berlin. Schnell kommt dann ein Techniker und klemmt den Strom ab: Gefahr im Verzug! Allerdings wartet der Anwohner sehr, sehr lange, bis ein Ersatz für die zerstörte Laterne montiert wird.  Der Laternenstummel, an der Ecke des Museums Knoblauchhaus, wartet seit Januar 2014 auf Ersatz. Gut das es am Gebäude selbst noch einen Wandarm mit "Schinkel-Laterne" gibt. So ist wenigstens der Eingang zum Museum in der kommenden dunklen Jahreszeit beleuchtet.

Ach ja, demnächst öffnet sogar ein MuseumsShop unter der Laterne. Ob die Stiftung Stadt Museum Berlin vielleicht einen kurzen Draht zu Vattenfall hat? Vielleicht sogar persönliche Drähte? Wenn es der Lichtfindung dient.
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 Wer mehr über die berühmten Lampen wissen will, der liest im Kurier nach ...

http://www.berliner-kurier.de/kiez-stadt/historische-strassenlaternen-dieser-mann-knipst-berlin-das-licht-an,7169128,28529164.html

Historische Straßenlaternen Dieser Mann knipst Berlin das Licht an Von Cornelia Schmalenbach, am 26. September 2014
Der Ur-Ur-Großvater legte vor 175 Jahren den Grundstein für einen der ältesten Familienbetriebe Berlins: Die Eisengießerei Behr. Die Brüder Markus und Johannes führen die Firma in fünfter Generation.

Noch nie was von den Behrs gehört? Bestimmt aber gesehen. Denn Produkte ihrer handwerklichen Kunst prägen das Stadtbilds Berlins: Historische Straßenlaternen im Nikolaiviertel und in der Altstadt von Köpenick, auch das Geländer an der Liebknechtbrücke zwischen Dom und Schlossinsel, die Ketten-Poller vor dem Brandenburger Tor und verschnörkelte Straßenschilder am Pariser Platz, die Touristen aus aller Welt so gern fotografieren, entstanden in der Gießerei Behr.

„Es fing mit einer Drechslerei am Alex an“, erzählt Markus Behr (51). Sie stellte Teile für die preußische Eisenbahn her. Als im 19. Jahrhundert französische Hutmacher kamen, bestellten sie Holzformen. Die müssen genial gewesen sein, denn 1873 gab es auf der Weltausstellung in Wien viel Anerkennung. Für die maschinelle Fertigung der Hüte wurden bald Formen aus Eisen gebraucht. Die zweite Generation Behr baute eine Eisengießerei in Weißensee mit hundert Beschäftigten. Die Lieferungen gingen jetzt bis nach Übersee. Nach dem Krieg wollten die Russen Ersatzteile für Fahrzeuge.

„1972 wurde unser Familienbetrieb verstaatlicht“, erzählt der Chef. Bis zur Wende hieß er VEB Eisengießerei Weißensee. Dann übernahm die fünfte Generation Behr das Ruder. In den neuen Produktionshallen in Hohenschönhausen lagern viele Modelle, die wie zu Urgroßvaters Zeit mit flüssigem Metall ausgegossen werden. Der letzte Auftrag kam aus Neukölln: 280 elektrische Leuchten, die die Gaslaternen ablösen werden.

 


Montag, 20. Januar 2014

... schon wieder


Die Laternen im Nikolaiviertel stehen offenbar immer im Wege. Nun muss Vattenfall schon wieder ran.
Hotline 0800 1102010 anrufen.


http://nikolaiviertel-aktuell.blogspot.de/2012/02/laternen-stehen-im-wege.html

Unter dem Stichwort Vattenfall finden wir die Chronik der demolierten Laternen im Viertel.

Montag, 14. Mai 2012

Vandalismus gegen Straßenlaternen?

An diesem Beispiel wird deutlich, dass wir im Überfluss leben. Das Wort vom SPAREN verkommt zu  einer halbherzigen Entschuldigung für Gleichgültigkeit und Desinteresse in den Verwaltungen. Konkret,  hier im Nikolaiviertel , beobachte ich, wie  Senatsverwaltung, Vattenfall, WBM etc.  aus dem Vollen schöpfen.  Es scheint nicht mehr um den Bürger, den Bewohner im Viertel zu gehen, sondern vermutlich nur  um die Absicherung des eigenen Besitzstandes in den oberen Etagen. Das klingt wie Sozialneid. Doch wie kann einer neidisch sein, der schon alle Privilegien  genießt, so wie der Autor dieser Zeilen.

Doch nun zu dem oben noch nicht näher beschrieben Beispiel, einem Exempel von mehreren. Heute - wieder: Die Straßenlaternen im Viertel. Es geht mir nicht nur um die Vernichtung von Volksvermögen, so sagte man früher, sondern um Sicherheit und Wohnqualität. Die Laternen stehen ja nicht nur als Dekoration in dem historisch aufgebrezelten Quartier, die Laternen haben auch eine Funktion: Sie beleuchten im Dunkeln den Fußweg, damit die Bewohner und Passanten den Weg finden. Oder?

Wäre ich Fliegenbeinzähler oder Statistiker, dann könnte ich aufzählen, dass in den vergangenen vier Monaten mehr als fünf Laternen umgefahren wurden. Mich aber interessieren die Ursachen und Verursacher. Vielleicht eine andere Art von Vandalismus? Wer schmeißt die Dinger um und haut dann ab?
Ich weiß es. Und ich hätte eine Lösung für das Problem, wenn die Verwaltungen ahnungslos sind. Es genügt nicht, auf dem Verwaltungsweg neue Laternen zu bestellen und durch Subunternehmer aufstellen zu lassen.  Ich verkneife mir das billige Argument der Stammtischbrüder:  Was das wieder kostet und alles von unseren Steuergeldern?
Die 775-Jahrfeier im Nikolaiviertel wirft ihre Schatten voraus. Deshalb muss jetzt gehandelt werden. Um weitere Schäden im Viertel zu verhindern gäbe es Maßnahmen, die nicht nur verhindern, dass die Laternen immer wieder umgefahren werden. Die Unternehmen, die mit der Neuaufstellung dieser  speziellen Straßenbeleuchtung beauftragt sind, erzählen mir, dass die Dinger immer neu bestellt werden müssen. Das ist keine Massenware, die irgendwo im Depot rumsteht.
Stellen wir uns doch mal vor, in der Propststraße und Poststraße werden bis zur offiziellen Feier am …. Wieder fünf Laternen umgefahren (die Wahrscheinlichkeitsrechnung auf der Grundlage vergangener Monate lässt eine solche Hypothese zu), was dann?  Das Nikolaiviertel wird zum Gespött der Touristen, wenn sie zwischen den Rummelbuden über mit  rot-weißem Flatterband gesicherte Laternenstümpfe  stolpern.

Neu, gerade aufgestellt und schon wieder Gefahr im Verzug

http://nikolaiviertel-aktuell.blogspot.de/2012/02/laternen-stehen-im-wege.html
http://nikolaiviertel-aktuell.blogspot.de/2012/03/licht-leuchtet-aus-laternen.html

Licht leuchtet aus Laternen -

Zwei Straßenlaternen wurden inzwischen wieder reapriert. Der Dokumentarist kommt seiner Pflicht nach.
Rückblick: http://nikolaiviertel-aktuell.blogspot.de/2012/02/laternen-stehen-im-wege.html


Für alle Bewohner des Viertels gibt es jetzt eine kostenfreie Telefonnummer, um Störung direkt zu melden. Der Umweg über den Senat ist damit überflüssig. Wirklich?

Die Laterne vor der Kirche ist wieder funktionstüchtig.


So auch die vor dem Treppenaufgang zum Ephraim Palais.

Samstag, 4. Februar 2012

Laternen stehen im Wege

Erst eins, dann zwei, nun drei, bald vier -
Laternen verschwinden immer schneller aus dem historischen Zentrum.


Ich schaue gestern aus dem Fenster und sehe, dass schon wieder eine Lampe beschädigt wurde.
Am Tag zuvor war der Leuchtkörper noch zu sehen.



Am  27. November 2011 schrieb ich an die ZAB (Zentrale Anlauf - und Beratungsstelle im Bürgerhaus)
Betreff: ZAB Laternen verschwinden im Nikolaiviertel


Hallo,
immer mehr Laternen verschwinden im Nikolaiviertel. Nun noch die vor der Kirche.
Was ist da los?
....
Bitte um Antwort. Bitte nicht aussitzen.
Mit freundlichen Grüßen

Die Antwort kam prompt:
Sehr geehrter ….
ich habe Ihre Anfrage an die für das Management der öffentlichen Beleuchtung zuständige Firma Vattenfall weitergeleitet und um Beantwortung gebeten.
Sollten sich Rückfragen ergeben, stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
SenStadt Öffentliche Beleuchtung
Gesendet: Tuesday, November 29, 2011

Von VATTENFALL immer noch kein Wort.

Heute (am Sonntag) habe ich mir die Lampe Nr. 7 nocheinmal von der Straße aus angeschaut. Eindeutig schief - als wäre ein Fahrzeug dagegen gefahren.
Aber wo sind die Scherben, die Reste?