Montag, 6. Oktober 2014

Probe in der Nikolaikirche

 
„So – laut und lustvoll – geht es musikalisch wahrscheinlich selten in dieser Kathedrale zu“, beginnt der Dirigent Cem Mansur seine Begrüßung. Etwa hundert Besucher sind am Nachmittag gekommen, um die öffentliche Probe in der Nikolaikirche zu hören, zu erleben. Kein Sakrilegium, denn - Gott sei Dank - ist dieser Kirchenbau ein Museum. Entsprechend locker und unverkrampft spielen die Jugendlichen der Nationalen Türkischen Philharmonie (The Turkish National Youth Philharmonic Orchestra) unter dem Gekreuzigten. Der Dirigent hat zum „Demokratielabor“ eingeladen. Er und seine 80 Frauen und Männer (zwischen 16 und 22 Jahre alt) proben „Salomes Tanz der sieben Schleier“ von Richard Strauß.

 
Hier noch eine Aufnahme, die ich bei YOUTUBE hochgeladen habe ..... http://youtu.be/rpnuOp4TGxk

 
 
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Die Gäste erleben in einzelnen Schritten, wie die gegensätzlichen Meinungen in der Geschichte von Salome und Herodes vom Komponisten arrangiert sind. Jede Gruppe (hier die Streicher, dort die Bläser) versucht den anderen zu überzeugen. Die einen wollen den Walzer, die anderen ein eher aggressives Element. Musiker und Dirigent demonstrieren das Gegeneinander in lautstarkem Chaos. Dennoch bleibt Raum für die leisen Töne. Die Harfe wird z.B. nicht einfach zugedröhnt. Nicht wer am lautesten spielt, z.B. die Trompete, bekommt Recht, sondern der Dirigent hat das Ziel, dass alle zu hören sind. Nach kurzem Schweigen besinnt sich der Komponist auf sein eigentliches Ziel. Nachdem er jeder Gruppe, entweder süßlich leise oder aggressiv laut, die Herrschaft über den anderen hat ausspielen lassen,  strebt Strauß ein harmonisches Ende an. 
 
So ist das Zusammenspiel der verschiedenen jungen Talente eine Einübung in das richtige Leben. Indem aufgezeigt wird, wie ein Orchester funktioniert, wird Demokratie erfahrbar gemacht. Cem Mansur nennt seine öffentliche Probe deshalb „Demokratielabor“, ohne dabei vordergründig einen Bogen zur aktuellen Politik zu schlagen. Cem Mansur will dieses Zusammenspiel als Metapher verstanden wissen.
 Diese Veranstaltungsreihe findet im Rahmen der Städtepartnerschaft Berlin-Istanbul statt, die im Oktober ihr 25-jähriges Bestehen feiert.  Das Orchester wird in der Türkei durch die Sabancı-Stiftung gefördert, in Deutschland von der Stiftung Mercator in Zusammenarbeit mit der Senatskanzlei Berlin und der Stiftung Stadtmuseum Berlin.

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Willst du die Fotos vergrößern?
                 K l i c k e n !







 
 



 

Freitag, 3. Oktober 2014

Museum Knoblauchhaus


Stillstand und Leerstand bei den Historischen Weinstuben scheinen überwunden.
Da tut sich was. Was? Aus der ehemaligen Küche soll ein Museumsshop werden. Aus der eigentlichen Weinstube? Noch weiß es keiner. Gastronomen im Kiez munkeln, dass hier ein neues Café entstehen wird. Ein Betreiber von außen, kein Ansässiger. Das sorgt im Vorfeld für Unmut.

Stammhaus der Familie Knoblauch
Das Haus war Stammsitz der Berliner Familie Knoblauch, aus der Architekten, Politiker, Unternehmer und Wohltäter hervorgingen. Karl Friedrich Knoblauch (1793–1859) etwa war Seidenwarenfabrikant und nach 1848 Abgeordneter der Preußischen Nationalversammlung. Sein Bruder Eduard (1801–1865) war Mitbegründer und Vorstand des Architektenvereins zu Berlin und Mitglied der Akademie der Künste. Zusammen mit Friedrich August Stüler entwarf er die Neue Synagoge an der Oranienburger Straße. Der Jurist Armand Knoblauch (1832–1905) gründete an der Landsberger Allee/Friesenstraße 1868 das „Böhmisches Brauhaus“. Die Familie verkaufte das Haus 1929 an die Stadt Berlin. Es überstand den Krieg relativ gering beschädigt. Bis 2012 befand sich im Erdgeschoss eine Weinstube. (Zitat Berliner Morgenpost GmbH)


Im „berlin.de“ Stadtführer wird das Restaurant noch geführt, obwohl es seit langem geschlossen ist. Die eigene Webseite ist abgeschaltet.
Offizielle Webseite des Museums: http://www.stadtmuseum.de/knoblauchhaus

Was passiert denn da?
 
Für neugierige Passanten gibt's einen Aushang


Die Historischen Weinstuben standen schon mal in der Zeitung:

 

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Laterne, Laterne ...

... Sonne, Mond und Sterne. So der Kinderreim. Und wir im Nikolaiviertel können uns unseren Reim darauf machen, warum immer wieder die Straßenbeleuchtung beschädigt wird. Im Volksmund "Schinkel-Laterne" genannt, wird der Klassiker unter den Beleuchtungskörpern zwar nicht mehr mit Gas betrieben,  das gelbliche Spektrum des Lichts erreicht man mit Quecksilberlampen.

Seit einiger Zeit habe ich den Verdacht, dass die Stadtplaner
(Abtl. Öffentliche Beleuchtung) ein heimliches Abkommen mit LKW-Fahrern getroffen haben, die regelmäßig das Nikolaiviertel anfahren. Denn sie sind es, die immer wieder die gusseisernen Bündelpfeilermasten berühren, sie umstoßen, niedermachen. Okay, dass dahinter eine Absicht steht, ist ironisch gemeint, aber das Ergebnis ist wirklich nicht zum Lachen.

Die Straßen, eigentlich sind es Gassen, in der Fußgängerzone sind eng. Dennoch quälen sich die Lieferanten morgens mit ihren großen Dreiachsern durchs Viertel. Es gibt regelrechten Rushhour-Verkehr wenn Fahrer die Restaurants und Kneipen ansteuern. Sie müssen sich arrangieren, rangieren, rückwärts und vorwärts bis … es wieder mal kracht. Entweder wird der Laternenmast übersehen, oder der hohe Kastenaufbau des LKW touchiert einen Beleuchtungskörper, der dann schräg hängen bleibt und schließlich ganz runter fällt. Oder ist das eine neue Form des Vandalismus?

(siehe auch ... http://nikolaiviertel-aktuell.blogspot.de/2014/01/schonwieder.html )

Jetzt sind es gerade wieder zwei, die als Stümpfe ohne Funktion am Straßenrand der Poststraße stehen. Was tun? Wo kann man die kaputte Laterne melden? Die LKW-Fahrer sind so im Stress, dass sie den angerichteten Schaden nicht einmal merken oder sie machen sich heimlich davon. Dabei wäre es sehr einfach den Betreiber der Laternen zu informieren. An einigen Masten kleben Zettel: Bei Störungen - Rufen Sie die kostenlose Hotline an : 0800 110210. Dort meldet sich die Firma Vattenfall, das Management für öffentliche Beleuchtung in Berlin. Schnell kommt dann ein Techniker und klemmt den Strom ab: Gefahr im Verzug! Allerdings wartet der Anwohner sehr, sehr lange, bis ein Ersatz für die zerstörte Laterne montiert wird.  Der Laternenstummel, an der Ecke des Museums Knoblauchhaus, wartet seit Januar 2014 auf Ersatz. Gut das es am Gebäude selbst noch einen Wandarm mit "Schinkel-Laterne" gibt. So ist wenigstens der Eingang zum Museum in der kommenden dunklen Jahreszeit beleuchtet.

Ach ja, demnächst öffnet sogar ein MuseumsShop unter der Laterne. Ob die Stiftung Stadt Museum Berlin vielleicht einen kurzen Draht zu Vattenfall hat? Vielleicht sogar persönliche Drähte? Wenn es der Lichtfindung dient.
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 Wer mehr über die berühmten Lampen wissen will, der liest im Kurier nach ...

http://www.berliner-kurier.de/kiez-stadt/historische-strassenlaternen-dieser-mann-knipst-berlin-das-licht-an,7169128,28529164.html

Historische Straßenlaternen Dieser Mann knipst Berlin das Licht an Von Cornelia Schmalenbach, am 26. September 2014
Der Ur-Ur-Großvater legte vor 175 Jahren den Grundstein für einen der ältesten Familienbetriebe Berlins: Die Eisengießerei Behr. Die Brüder Markus und Johannes führen die Firma in fünfter Generation.

Noch nie was von den Behrs gehört? Bestimmt aber gesehen. Denn Produkte ihrer handwerklichen Kunst prägen das Stadtbilds Berlins: Historische Straßenlaternen im Nikolaiviertel und in der Altstadt von Köpenick, auch das Geländer an der Liebknechtbrücke zwischen Dom und Schlossinsel, die Ketten-Poller vor dem Brandenburger Tor und verschnörkelte Straßenschilder am Pariser Platz, die Touristen aus aller Welt so gern fotografieren, entstanden in der Gießerei Behr.

„Es fing mit einer Drechslerei am Alex an“, erzählt Markus Behr (51). Sie stellte Teile für die preußische Eisenbahn her. Als im 19. Jahrhundert französische Hutmacher kamen, bestellten sie Holzformen. Die müssen genial gewesen sein, denn 1873 gab es auf der Weltausstellung in Wien viel Anerkennung. Für die maschinelle Fertigung der Hüte wurden bald Formen aus Eisen gebraucht. Die zweite Generation Behr baute eine Eisengießerei in Weißensee mit hundert Beschäftigten. Die Lieferungen gingen jetzt bis nach Übersee. Nach dem Krieg wollten die Russen Ersatzteile für Fahrzeuge.

„1972 wurde unser Familienbetrieb verstaatlicht“, erzählt der Chef. Bis zur Wende hieß er VEB Eisengießerei Weißensee. Dann übernahm die fünfte Generation Behr das Ruder. In den neuen Produktionshallen in Hohenschönhausen lagern viele Modelle, die wie zu Urgroßvaters Zeit mit flüssigem Metall ausgegossen werden. Der letzte Auftrag kam aus Neukölln: 280 elektrische Leuchten, die die Gaslaternen ablösen werden.

 


Freitag, 16. Mai 2014

Nachtaktiv

Nächtliche Ruhestörung in einem vermeintlich unkontrolliertem Viertel. Wenn die Touristen weg sind, dann kennen die Autofahrer keine Verkehrsschilder mehr. Sie parken ihre Autos, weil sie nichts befürchten müssen. Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes haben Feierabend und die Polizei hat in dieser Stadt andere, wichtigere Aufgaben als parkende Kraftfahrzeuge in der Fußgängerzone zu kontrollieren.
Wenn es dann doch einmal passiert, dann ist die Aufregung groß. Hektisch werden die Luxus-Limousinen 100 Meter weiter gefahren und geparkt. Schiere Bequemlichkeit, nur nicht laufen.
Die Polizisten haben ein Einsehen und lassen die "Parksünder" rangieren. Die Dauerparker allerdings bekommen einen Zettel unter den Scheibenwischer gesteckt. Ob das hilft?


Samstag, 3. Mai 2014

Herzlich Willkommen

 
Mit dem Blick nach unten findet der Besucher das Nikolaiviertel.
Die Idee der Pflastermaler ist wetterfest aufgetragen. Durch ständig wechselnden Baustellen ist der Weg ins Nikolaiviertel oft verstellt. Spuren führen in die Historischen Mitte.




Samstag, 1. März 2014

Ausstellung UNSER SCHADOW


Eine Empfehlung für Besucher: Schauen Sie mal rein ins Ephraim Palais.

Gratulationen zum 250. Geburtstag   bis  29.06.2014

 
Am 20. Mai 2014 jährt sich der Geburtstag von Johann Gottfried Schadow (1764–1850) zum 250. Mal. Aus diesem Anlass veranstalten das Stadtmuseum Berlin und die Schadow Gesellschaft Berlin e. V. eine Jubiläumsausstellung mit mehr als 300 Exponaten, überwiegend aus eigenen Beständen. Skulpturen, Gemälde, Zeichnungen, Druckgraphiken und Dokumente illustrieren ein faszinierendes Künstlerleben.    http://www.stadtmuseum.de/ausstellungen/unser-schadow





Schadows Quadriga auf dem Brandenburger Tor ist weltberühmt. Dahinter verbirgt sich der vielseitigste Künstler Preußens um 1800. Schadow erneuerte die deutsche Bildhauerkunst im klassizistisch-idealen Sinne, leitete einen effektiven Werkstattbetrieb und beeinflusste mit seiner Lehrtätigkeit nachfolgende Künstlergenerationen.




Im

Tieranatomisches Theater befindet sich ein Gipsmodell



Breite Straße

... auf dem Weg ins Nikolaiviertel - unübersehbar.